Agentura ochrany přírody a krajiny České republiky www.nature.cz
Česká informační agentura životního prostředí (CENIA) www.cenia.cz
Česká geologická služba www.geology.cz
Česká inspekce životního prostředí www.cizp.cz
Český hydrometeorologický ústav portal.chmi.cz
Správa jeskyní České republiky www.jeskynecr.cz
Správa Krkonošského národního parku www.krnap.cz
Správa Národního parku a chráněné krajinné oblasti Šumava www.npsumava.cz
Správa Národního parku České Švýcarsko www.npcs.cz
Správa Národního parku Podyjí www.nppodyji.cz
Státní fond životního prostředí České republiky www.sfzp.cz
Výzkumný ústav vodohospodářský T. G. Masaryka www.vuv.cz
Výzkumný ústav Silva Taroucy pro krajinu a okrasné zahradnictví, v.v.i. www.vukoz.cz

Mladeč Höhlen

CHARAKTERISTIK

Mladeč-Karst

Es handelt sich um isolierte Inseln von Devonkalk, die aus Nicht-Karst-Gesteinen am nördlichen Rand des Busauer Berglandes und aus jungen Sedimenten des Marchtals in der Obermährischen Senke im weiteren Umland der Gemeinde Mladeč westlich von Litovel hervortreten. Im Inneren der Berge Třesín (345 m ü. M.), Skalka (335 m ü. M.) und anderer bildete das Wasser der vorzeitlichen Flüsse zahlreiche Höhlen mit dem größten Höhlensystem Mladeč-Höhlen, einst auch als Boček-Loch oder Fürst Johanns Höhle bekannt.

Mladeč-Höhlen

  • ziehen sich durch die Anhöhe Třesín (345 m ü. M.) am westlichen Rand der Gemeinde Mladeč und stellen das größte Höhlensystem des Mladeč-Karstes dar;
  • es handelt sich um ein vorwiegend horizontales, sehr reich gegliedertes Labyrinth von Gängen, Domen und hohen Schloten mit einer bemerkenswerten Modellierung der Wände und Decken, einem reichhaltigen Tropfsteinschmuck und zahlreichen Blockeinbrüchen. Einige der abschüssigen Gänge reichen bis unter den Grundwasserspiegel;
  • sie gehören zu archäologischen Stätten von weltweiter Bedeutung und stellen wahrscheinlich die älteste, größte und am nördlichsten gelegene Siedlung der modernen Menschen (Cro-Magnon-Menschen) in Europa dar, die hier bereits vor mehr als 31.000 Jahren nachweislich gelebt haben;
  • die Gänge und Säle sind insgesamt 1.250 Meter lang, der Höhenunterschied beträgt 30 Meter;
  • nach ihrer Verschüttung in der Vorzeit wurden die Höhlen um 1826 bei Steinbrucharbeiten wiederentdeckt, sind seit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert für die Öffentlichkeit zugänglich und seit 1911 elektrisch beleuchtet;
  • der Rundgang ist 380 Meter lang und beinhaltet eine kleine archäologische Ausstellung; die Besichtigung dauert ca. 40 Minuten;
  • Die Lufttemperatur beträgt 8 °C, die relative Feuchtigkeit liegt im Durchschnitt bei 95 %.

SPEZIFIKA

Aus den Eingangsräumen der Höhle sowie den umliegenden, heute zerstörten Halbhöhlen, stammen wertvolle archäologische Funde. Sie liefern den Nachweis, dass Třesín bereits in der Altsteinzeit (Paläolithikum) durch Menschen besiedelt war. Die Funde der Überreste der ältesten Bewohner umfassen zahlreiche Schädel und Skelettteile von Männern, Frauen und Kindern vom Typ der Cro-Magnon-Menschen, die nachweislich Kannibalismus betrieben. Ihnen gehörten auch die Stein- und Knochenwerkzeuge, Waffen und der Schmuck der Aurignac-Kultur. Ausgegraben wurden hier auch zahlreiche Knochen heute ausgestorbener Wirbeltierarten: Mammut, Biber, Pferd, Fuchs, Höhlenlöwe, Hyäne, Höhlenbär, Hirsch, Rentier, Wisent, Auerochse und anderer. Die meisten Funde stammen aus dem Eingangsbereich, dem Dom der Toten, wo sich bis heute auch die ursprünglichen urzeitlichen Feuerstätten erhalten haben. Von den oberirdischen Ansiedlungen stammen die Funde aus der Jungsteinzeit (Neolithikum), der älteren Bronzezeit (Aunjetitzer Kultur), der Lausitzer und Schlesischen Kultur sowie der Slawischen Kultur, als in der Region Plavatisko über der Höhle eine Burgstätte und später wahrscheinlich auch eine Festung stand. Aus dem Mittelalter stammen Kriegs- oder Seuchengräber, abgehackte Schädel von Gefangenen oder Verbrechern, Eisengegenstände, die Reiterfigur und andere Funde. Der Sage nach dienten die Höhlen in diesen Zeiten auch Räubern, die darin ihre Opfer lebendig begruben. Historischen Aufzeichnungen zufolge war der am Handelsweg von Böhmen nach Olmütz liegende Třesín im Mittelalter tatsächlich der meistgefürchtete Ort, wo häufig Fuhrwerke überfallen wurden und das Gefolge niedergemetzelt oder entführt wurde.

Im Jahr 2005 erschien im Magazin Nature ein Artikel über die erfolgte Neubewertung des Alters der in der Mladeč-Höhle gefundenen knöchernen Überreste. In der Eiszeit lebten stämmige Neandertaler, die auf schlankere, von anderswoher kommende Menschen (Homo sapiens sapiens, anatomisch moderner Mensch) trafen. Nach dem einige Jahrtausende dauernden Zusammenleben dieser Arten sind die Neandertaler unter nicht ganz geklärten Umständen ausgestorben. Die ältesten menschlichen Knochen der Neuzeitmenschen in Europa stammen aus den Mladeč-Höhlen aus der Zeit vor 31.000 Jahren. Die datierten Knochen wurden bereits im 19. Jahrhundert entdeckt; es handelt sich um den Oberkiefer, die Zähne und den Schädel einer Frau, die im Wiener Museum erhalten blieben und deren tatsächliches Alter jetzt bestätigt wurde. Diese Entdeckung hilft festzustellen, wann genau Menschen aus Afrika nach Europa kamen. Diese Überreste gehören zu den ältesten bekannten Spuren der Anwesenheit von Neuzeitmenschen in Europa.